Ratschlag Nr. 1 für «Gesunde Ernährung»

Manche von euch haben den vielleicht klassischsten aller Neujahrsvorsätze gefasst: «Dieses Jahr ernähre ich mich gesünder… und nehme ab». Als Ernährungswissenschaftlerin finde ich das toll. Und empfehle, den Fokus ausschliesslich auf «Gesünder» zu setzen. Vergesst das Abnehmen! Denn: Wer als Schokoladen-Athlet (oder Weisswein-Sportler) seine Ernährung auf Gesünder umstellt, findet meist ganz automatisch «sein» Gewicht. Schnell stellt sich die Frage: Was genau heisst eigentlich gesunde Ernährung? Es gibt viele Ratschläge, die das greifbarer machen. Müsste ich mich auf einen von ihnen festlegen, wäre es folgender:

In kurz: Gesunde Ernährung heisst ausgewogene Ernährung, verbotene Lebensmittel gibt es nicht. Alkohol ist trotzdem nicht dein Freund.

In lang: Egal, ob man sich pflanzenbasiert oder flexetarisch ernährt, gesunde Ernährung heisst ausgewogene Ernährung. Von allem etwas, von nichts zu viel. Es stimmt schon, Ernährung kann kompliziert sein. Aber Essen im Alltag sollte praktisch sein, für «Kompliziert» haben die wenigsten Platz. Der beste Ratgeber dabei ist unser Hausverstand! Der sagt nämlich: unser Körper weiss, was er braucht (Appetit und Vorlieben ernst nehmen!). Ausserdem stimmen viele der Clichées: Früchte und Gemüse sind gesund, Vollkorn auch. Das bedeutet nicht, dass Pasta ungesund oder gar verboten ist (trotz aller low carb-Trends). Sie ist eben nur nicht so nährstoffreich wie Pasta aus Vollkorn. Wer keine Vollkorn-Pasta mag, muss also nicht auf herkömmliche Spaghetti verzichten. Ein anderes Beispiel: Schokolade. Dass sie oft wertvolle Antioxidantien enthält, wissen mittlerweile die meisten. Sollte man sich deswegen vor allem von Schokolade ernähren? Zu Recht sagt der Hausverstand «nein». Und wer tierische Lebensmittel meidet, ersetzt sie durch geeignete pflanzliche Alternativen (Augenmerk auf potentiellen Mangel: Protein, Calcium, Eisen und Vitamine B12 & D!). Betrachten wir es logisch: Wer von allem etwas isst, der isst, nun, von allem etwas. Das verhindert Mangelzustände. Natürlich isst jemand, der alles isst, auch «ungesunde» Lebensmittel… und das ist OK. Denn wer von allem isst, der nimmt nur ein begrenztes Mass an «Ungesundem» zu sich (weil: Platzmangel in Bauch und Appetit!). Und wer nicht zuviel von etwas isst, der hat auch keinen Nachteil für seine Gesundheit zu befürchten. Deswegen bin ich eifriger Befürworter davon, «Ungesund» aus unserem Ernährungswortschatz zu streichen. Mit einer Ausnahme: Alkohol. Der ist wirklich ungesund.