Hilft Randensaft gegen Eisenmangel?

Eisen gilt von jeher als brisantes Thema, nicht umsonst gehört es zu den «Big Four» der weltweiten Mangel-Nährstoffe (neben Zink, Jod und Vitamin A, übrigens). Der Trend hin zur fleischarmen Ernährung begünstigt eine Unterversorgung mit Eisen. Ebenso werden allerlei Empfehlungen begünstigt, wie einer solchen vorzubeugen sei – rein pflanzlich, versteht sich. Oft wird hier die gemeine Rande als Wunderquell an Eisen vorgeführt. Auch im Handel macht sich das bemerkbar, Randensaft & Co werden zunehmend als «besonders eisenreich» beworben. Doch kann man mit Randensaft tatsächlich einem Eisenmangel entgegen wirken?

In kurz: nicht wirklich. Um unseren Eisenbedarf zu decken, müssten wir täglich 10 l Randensaft trinken.

In lang: Es stimmt, Randen enthalten Eisen. Rund 1 mg pro 100 g Randen. Für Gemüse ist das viel, Eisen ist vor allem in Fisch und Fleisch enthalten. Gurken beispielsweise enthalten nur halb soviel Eisen wie Randen, Zwiebeln gerade mal ein Fünftel davon. Aber (das ist das 1. Aber): Es gibt Gemüse, das mehr Eisen enthält als Randen. Rüebli zum Beispiel, sie enthalten doppelt soviel Eisen wie Randen. Weitaus schwerwiegender allerdings (das ist das 2. Aber): Unser Körper kann pflanzliches Eisen nur begrenzt aufnehmen, gerade mal an 15 % des im Gemüse enthaltenen Eisens kommt er heran. Rein rechnerisch bedeutet das wie folgt: Um unseren durchschnittlichen Eisenbedarf von 15 mg pro Tag zu decken, müssten wir 10 Liter Randensaft trinken (richtig gelesen: Zehn Liter Randensaft. Pro Tag.). Deswegen: Nein, Randensaft hilft nicht wirklich, einem Eisenmangel entgegen zu wirken.